Wie gesagt hatten wir am Tag nach dem Gartenfest eine sehr interessierte kleine Besuchergruppe. Insbesondere die dreiköpfige Familie aus der Nachbarschaft äußerte weiteres Interesse an unserem Museumsprojekt. Daher beschlossen wir, versuchsweise einmal gemeinsam einen konkreten Bestand an Objekten zu bearbeiten – so wie das im Museum zu geschehen hat. Die Wahl fiel auf die Münzen in unserer Sammlung.
Damit die Sache auch ein bisschen Hand und Fuß hat, fragte ich einen Freund, der sich gut mit Fotografieren auskennt, ob er uns unterstützen will. Das wollte er.
Und so trafen wir uns zu viert am 16. Juli im HausBoden und machten uns daran, die Münzen zu inventarisieren.
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Die Münzsammlung im HausBoden ist in unserer öffentlich zugänglichen Datenbank bereits beschrieben, auch wenn bisher noch nicht viele Münzen zu sehen sind. Dies soll sich mit der jetzt geleisteten Arbeit verändern.
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Nachdem ich die Sammlung der Münzen kurz vorgestellt hatte und gezeigt habe, wie die Objekte in unsere Datenbank aufgenommen werden, haben wir uns darangemacht, die Münzen eine nach der anderen zu fotografieren. Das Fotografieren der Objekte ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Inventarisierung. Da aber jede Objektart anders ist, lassen sich nur bedingt allgemeingültige Regeln befolgen. Ergänzend müssen immer verschiedene Einstellungen geklärt werden, die in der jeweiligen Situation angemessen sind.
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Es hat sich dabei herausgestellt – im Nachhinein durchaus nicht überraschend – dass das museale Bearbeiten von Objekten, gerade auch wenn sie so klein und kleinteilig sind wie Münzen, für die interessierte Öffentlichkeit recht ermüdend sein kann.
Die Münzen müssen jeweils von beiden Seiten und ggf. mit weiteren zu ihnen vorhandenen Objekten fotografiert werden. Hier sind insbesondere die beschrifteten Papiertütchen zu nennen, in die ein bedeutender Teil der Münzen, vermutlich von Ilse Flemming, einsortiert wurde. (Ergänzend gibt es ein handschriftliches Verzeichnis der Münzen.)
Zu jeder Münze wurden also vier Aufnahmen gemacht:




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Vom gesamten Bestand an Münzen (insgesamt ca. 330 bisher erfasste Objekte) haben wir an diesem Nachmittag 40 Münzen fotografiert. Diese sind bereits in die Datenbank eingepflegt, müssen aber noch weiter bearbeitet werden, bevor sie veröffentlicht werden können.
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Die Fotografien der Münzen können sich allerdings durchaus sehen lassen. Hier ein paar Beispiele:
















































Fotograf: Karsten Ihle
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Zu diesem Anlass habe ich auch ein kleines Handout verfasst, in dem zu dem bisher Gesagten noch ein paar weitere Informationen gegeben werden. Diese füge ich hier an:
Das Wort Münze kommt aus dem Lateinischen: moneta. „Moneta“ war ein Beiname der römischen Göttin Juno. Er bedeutet „die Mahnerin“. Neben dem Tempel der Juno Moneta auf dem Kapitol in Rom war der Ort, an dem das römische Geld hergestellt wurde. So kam die Münze zu ihrem Namen. Wir kennen das Wort auch als „Moneten“. Außerdem findet es sich in verschiedenen anderen Sprachen (z. B: Französisch monaie = Geld, Englisch money = Geld oder Italienisch moneta = Münze).
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Bücher aus der Sammlung HausBoden zum Thema Münzen
Im HausBoden gibt es auch viele Bücher, darunter ein paar, die sich mit dem Thema Münzen beschäftigen:
– Lange, Kurt, Herrscherköpfe des Altertums im Münzbild ihrer Zeit, Berlin, Zürich (Atlantis)1938
– Lange, Kurt, Münzkunst des Mittelalters, Leipzig (Dietreich’sche Verlagsbuchhandlung) 1942
– Suhle, Arthur, Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, Berlin (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften) 1964
– Das Menschenbild auf Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Renaissance, 167 Fotografie von Jean Roubier, Text von Jean Babelon, Leipzig (VEB E. A. Seemann) 1966
– Suhle, Arthur, Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, Berlin (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften) 1968
– Griechische Münzen der klassischen Zeit, 48 Bildtafeln, hg. v. Sabine Schultz, Insel-Bücherei Nr. 955, Leipzig (Insel) 1972
– Fengler, Heinz, 700 Jahre Münzprägung in Berlin, Berlin (VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften) 1975
– Neue Scheidemünze. Aus dem Deutschen Sprichwörter-Lexikon des Karl Friedrich Wilhelm Wander, ausgewählt und mit einem Nachwort von Ludwig Barth, Berlin (Volk und Wissen) 1986/2
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Literatur
Über Münzen und für Münzen wichtige Themen sind viele Bücher geschrieben worden. Hier ein paar Titel dazu:
– Steinbach, Sebastian, Numismatik. Eine Einführung in Theorie und Praxis, 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2023.
– Schaller, A., Vom Tauschhandel zum Bitcoin, (= Was ist Was 78), Nürnberg 2017.
– Jungmann-Stadler, F., Geld (= Was ist Was 78), Nürnberg 2002.
– Konstantinov, V., Alles Geld der Welt. Vom Muschelgeld zur Kryptowährung, Hildesheim 2022.
– Schäfer, M., Töpperwien, M., Mein Geld, dein Geld. Von Mäusen, Kröten und Moneten, Weinheim 2020.
– Mehlhausen, W. J., Handbuch Münzensammeln. Ein Leitfaden für Münzensammler und solche, die es werden wollen, 5. Auflg., Regenstauf 2017.
– Mehlhausen, W. J., Handbuch zur Münzpflege. Kleine Metallkunde für Münzsammler, 5. Auflg., Regenstauf 2019.
– Elsas, M. J., Umriss einer Geschichte der Preise und Löhne in Deutschland vom ausgehenden Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, 3 Bände, Leiden 1936-1946.
– Voigtländer, H., Löhne und Preise in vier Jahrtausenden, (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft zu Speyer 35), Speyer 1994.