Die aktuelle Blume

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Diesmal eine aktuelle Blume, die nicht bei uns zu finden ist, deren Ruhm uns vielmehr auf einen kleinen Ausflug geführt hat: Die Kamelie, und zwar die Kamelien im Schlosspark von Königsbrück.

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Dresden und sein Umland haben mehrere Standorte bedeutender Kamelien aufzuweisen. Am bekanntesten ist natürlich die berühmte Kamelie in Pillnitz. Auch im Schloss Zuschendorf in Pirna gibt es eine bedeutende Kameliensammlung. Dass in Königsbrück ein historischer Kamelienbestand zu finden ist, habe ich immer wieder in der Zeitung gelesen, und schon seit einigen Jahren habe ich den Plan, mir diesen einmal anzusehen. Dieses Jahr hat es tatsächlich geklappt.

Zu bedenken dabei ist, dass Kamelien wie die meisten Blumen in einem bestimmten Zeitraum blühen, dies aber ausgerechnet derjenige ist, in dem Ausflüge weniger reizvoll sind: der Winter. In dieser Jahreszeit stehen in der Regel ja andere Beschäftigungen im Vordergrund.

Und wir müssen auch sagen, dass wir außerordentliches Glück hatten. Wir sind nämlich an einem Samstag einfach losgefahren, um dann am Schlosstor von Königsbrück die Information zu lesen, dass die Kamelien nur sonntags zu besichtigen sind. Leicht enttäuscht setzten wir dann zu einem kleinen Rundgang durch den Schlosspark an (der, wie wir aber erst später erfuhren, überhaupt nicht öffentlich zugänglich ist) und kamen als erstes zu den Nebengebäuden und den Gewächshäusern, wo wir Menschen sahen: Es gab eine Sonderführung, in deren Gefolge auch wir uns die Pracht ansehen konnten.

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Und eine Pracht, dass kann mit Fug und Recht gesagt werden, sind die Kamelien: In dem nicht sehr großen Gewächshaus standen quasi alle Pflanzen in voller Blüte.

Bedeutend sind insbesondere die großen historischen Kamelien, die im hinteren Bereich des Gewächshauses stehen. Diese stammen wohl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie haben auch eine durchaus eindrucksvolle Größe.

Daneben sind zahlreiche weitere Pflanzen mit noch zahlreicheren Blüten zu bewundern:

Diese Kamelienschau wird vom Heimatverein Königsbrück betrieben. Dabei hat er auch erhebliche finanzielle Lasten zu tragen, nicht zuletzt Miete und Instandhaltungskosten. Es ist unbedingt zu hoffen, dass er die Tätigkeit weiter aufrecht erhalten kann. Es wäre wirklich ein großer Verlust, sollten diese Kamelien nicht weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein.

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Auch das Städtchen ist durchaus sehenswert. In der Kirche, in der ebenfalls das positive Wirken des Heimatvereins deutliche Spuren hinterlassen hat, ist neben dem prunkvollen Altar

auch ein beachtliches Epitaph zu bestaunen:

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Die Altstadt ist klein, aber fein:

Auffällig war  nur, dass sie quasi leer war. Menschen waren kaum zu sehen, Cafés und geöffnete Geschäfte auch nicht. Hier bot nur der Lidl bzw. die auf seinem Gelände befindliche Bäckerei am Rand der Altstadt einen kleinen Ausgleich. Eigenartig, dass es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelungen ist, diese Lage zu verbessern. Aber das gilt ja für viele Orte. Königsbrück ist gar nicht mal so schlecht an die Landeshauptstadt angebunden: Es besteht eine stündliche und ca. einstündige Bahnverbindung.