2. Tag
Exkursion
Am Sonntag, 8.3., wurde eine Exkursion ins benachbarte Tschechien angeboten, die die Besichtigung dreier bedeutender Museen in Liberec (Reichenberg) sowie den Besuch der Burg Friedland umfasste.
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Es ging um 9.00 Uhr mit dem Bus von Zittau los. Die Fahrt führte über die Neiße durch polnisches Gebiet, den sogenannten Zittauer Zipfel, der durch einen intensiven Braunkohletagebau geprägt ist, und weiter nach Tschechien in die Region Nordböhmen. Die Fahrt war durch die Kulisse des Lausitzer Gebirges und später durch die Straßen von Liberec sehr eindrucksvoll.
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Besichtigt wurden in Liberec das Nordböhmische Museum (Severočeské muzeum), die Galerie im Bad (Galerie Lázně) und das Technische Museum (Technické muzeum). Danach ging es mit dem Bus weiter zum Schloss bzw. zur Burg Friedland (Zamek Frýdlant).
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Die drei Museen in Liberec befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander und bilden dadurch eine Art Museumsquartier. Unter ihnen ist das Nordböhmische Museum das einzige Gebäude, das als Museum gebaut wurde, und zwar Anfang des 20. Jahrhunderts:

Im Inneren zeichnet es sich architektonisch durch ein monumentales Treppenhaus:

und eine ebensolche zentrale Halle aus:


Zu den Sammlungen des Museums gehört auch ein umfangreicher Bestand an Musikautomaten:


Die museumspädagogische Abteilung zeichnet sich dadurch aus, dass sie als offener Raum in den Museumsrundgang integriert ist:


Vor allem handelt es sich aber um ein Museum, das einen Turm hat! Und der Aufstieg auf diesen belohnt einen mit einem Blick auf das Museum selbst:

seinen Museumsgarten:

sowie die Nachbarn:

Schräg gegenüber befindet sich die Liberecer Kunstgalerie, die Galerie im Bad, die, dem Namen entsprechend, in einem ehemaligen Schwimmbad aus der Kaiserzeit untergebracht ist.

Gerade im Eingangsbereich kann sie diese Herkunft nicht verleugnen:


Ansonsten zeichnet sich die Galerie durch auffällige architektonische Parallelen zum benachbarten Museum aus, ein monumentales Treppenhaus:


und eine ebensolche zentrale Halle:


Hier ein paar Beispiele der ausgestellten Kunstwerke:







Und wiederum nur über die Straße befindet sich das dritte an diesem Tag besichtigte Museum: Das Technische Museum Liberec. Untergebracht ist es auf dem Gelände und in den Gebäuden der ehemaligen Messe und hat dadurch architektonisch eine ganz andere Erscheinung als die beiden Museen zuvor. Tatsächlich fand ich, dass sich insbesondere die leichten, pavillonartigen Hallen, die sich um einen Hof gruppieren und eine Raumfolge bilden, sehr gut für eine museale Sammlungspräsentation eignen:






In diesen ist allerdings nur der zweite, wenn auch sehr umfangreiche Teil der Sammlung untergebracht. Der erste, der auch nicht gerade klein ist, befindet sich in einer Lagerhalle auf demselben Gelände:


Die Sammlung selbst ist außerordentlich beeindruckend und umfasst quasi alles, was sich ein technisches Museum wünschen kann.
Radiotechnik:

Autos:







Motorräder:




Fahrräder:


Modellautos:


Flugzeuge:


Straßenbahnen:





Straßenbahnmodelle:



Webstühle:



Lokomotiven:

und diverses Anderes.
In einer Vitrine fand sich eine kleine Ausstellung, die von zwei 5-jährigen Jungen erstellt wurde. Sie hatten sich mit dem Wunsch, eine solche Ausstellung machen zu dürfen, an das Museum gewandt. In der Vitrine haben sie Objekte zusammengetragen, die sie als „alt“ einschätzten:

Das Technische Museum Liberec ist also eine äußerst eindrucksvolle Einrichtung, besonders, weil es von einem Verein getragen wird und sich nur durch Spendengelder finanziert.
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Das vierte Exkursionsziel war das Schloss Friedland. Dieses hat historische Bedeutung insbesondere dadurch erlangt, dass es während des Dreißigjährigen Krieges einige Zeit lang Albrecht von Wallenstein gehörte, der von diesem ausgehend als Herzog von Friedland sein Herrschaftsgebiet bildete. Nach seiner Ermordung wurde es der Familie Gallas übertragen und ging im 18. Jahrhundert an deren Nachfolger, die Familie Clam-Gallas, über. Diese richtete bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in der den Kern der Schlossanlage bildenden Burg ein Museum ein. Die letzte Vertreterin dieser Familie musste das Schloss im Zuge der Vertreibungen Mitte des 20. Jahrhunderts (die entgegen einem verbreiteten Irrtum nicht einfach 1945 stattfanden sondern in tschechischen Gebieten bereits 1938 einsetzten, im Deutschen Reich sogar schon 1933) verlassen. Es wurde daraufhin unmittelbar vom tschechoslowakischen Staat übernommen und als Schlossmuseum betrieben.
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Die Schlossanlage ist eine imposante Erscheinung in der Landschaft:


Zu Füßen der Burg gruppieren sich zwei Schlossflügel um einen großen Hof:





Die eigentliche Burg thront auf einem Felsen:







Sie umschließt einen kleinen Hof:


Wir konnten die Schlosskappelle:


sowie die Räume in dieser Burg besichtigen:



















