Es sind nur Plumeaus!

Print Friendly, PDF & Email

Im Rahmen des Gartenfestes fand ein anderes, aufsehenerregendes Ereignis statt: Die Lüftung eines der letzten Geheimnisse der Rolle!

Zur Erinnerung: Im mittleren der drei Verschläge im Erdgeschoss des Nebengebäudes steht eine große Holztruhe.

Diese war immer in ein kompliziertes Ensemble diverser sperriger Gegenstände eingebaut:

Wie sich beim Beräumen dieser Örtlichkeit herausstellte, war sie dadurch sogar regelrecht abgesperrt: Auf ihr stand eine weitere Truhe, auf der wiederum ein Puppenwagen stand, der in das Lattengitter dahinter eingehängt war, auf das schließlich eine abschließende Latte genagelt war.

Schritt für Schritt gelang es, den Zugang zur Truhe herzustellen:

Aber: Sie war mit einem Vorhängeschloss gesichert, dessen Schlüssel unbekannt verblieben war:

Um den Einsatz eines Bolzenschneiders zu vermeiden, wurde erwogen, das Schloss mit einem Dietrich zu öffnen. Dies erwies sich allerdings leider kurzfristig auch nicht als durchführbar, weswegen schließlich der Metallriegel abgeschraubt wurde:

Wir hatten uns schon viele Gedanken gemacht, was wir in dieser so gut geschützten Truhe finden würden: Goldbarren, Diamanten, den einer Familiensage nach im Anwesen vorhandenen Dix, propagandistische Objekte aus der Zeit des Nationalsozialismus …

Nichts dergleichen: Es fanden sich lediglich Plumeaus! Kissen und Bettdecken mit den Initialen „DP“ und „WB“, also von Dora Boden, geb. Petermann und Woldemar Boden:

Auch wenn die Wissenschaftlichkeit zu gleichmäßiger Euphorie gemahnt, egal, was gefunden wird – ganz ehrlich gesagt ist dies doch die größtmögliche museale Enttäuschung gewesen. Mal sehen, welches Kapital wir daraus schlagen werden, vielleicht iene Ausstellung zum Schlaf-Wesen in vergangenen Zeiten?

Der Ausdruck „eines der letzten Geheimnisse …“ ist allerdings weit gefehlt. Auf dem Boden, also dem Obergeschoss des Nebengebäudes harren noch viele Kisten, Koffer und Schränke ihrer Entzauberung!