Besuche in anderen Museen sind immer sehr anregend – auch für mich, das war hier schon gelgentlich zu lesen.
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Neulich hatte ich die Möglichkeit, das Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf zu besichtigen. Zu meiner Schande muss ich gestehen: Zum ersten Mal! Denn in meiner ‚wilden Zeit‘ waren dieses Haus und seine Gründerin Charlotte von Mahlsdorf ein sehr präsentes Thema. Insbesondere ihr Lebensweg wurde auch von mir intensiv wahrgenommen.
Aber das Schlagwort ‚Gründerzeit‘ hatte damals noch einen etwas despektierlichen Klang – jedenfalls für mich, der ich aus künstlerisch etwas voreingenommenen Familien stamme.
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Jetzt habe ich festgestellt: Ein Muss für jedeN kulturinteressierteN BerlinbesucherIn! (um hier mal eine Schreibweise aus den 1990er Jahren aufzugreifen). Die Räume, die ja nicht im strengen Sinne über eine originale Ausstattung verfügen, beinhalten auf jeden Fall eine äußerst beeindruckende Sammlung an Objekten, nicht zuletzt auch zahlreiche Musikautomaten. In jedem Zimmer wird quasi eine Spieluhr oder ein Pianola in Gang gesetzt. Charlotte hat eine exzellente Sammelarbeit geleistet!
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Das museale Highlight ist aber wohl die Mulackritze.
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Diese berühmte und berüchtigte Berliner Unterweltkneipe wurde Anfang der 1950er Jahre geschlossen, und ihr umfangreiches Mobiliar konnte in Mahlsdorf gerettet und bewahrt werden:
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Dazu gehört auch ein Hurenzimmer aus der Zeit um 1900:
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… mit allem Zipp und Zapp!
Aus musealer Sicht muss gesagt werden: einzigartig. Ich bin wirklich ein großer Fan von prunkvollen Barocksälen und intimen klassizistischen Interieurs. Aber diese finden sich letztlich doch in jeder halbwegs großen und in zahlreichen kleinen Städten. Ein Hurenzimmer dürfte das Publikum jedoch mühsam suchen müssen!
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Nebenbei hat sich ein Wissensstand des HausBoden bestätigt: Meine Oma hatte recht, Zwiebelmuster ist ein Küchengeschirr:
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Wie vom Donner gerührt war ich aber von diesem Objekt:
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Ein Waschtisch! Wie im HausBoden! Aus der Zeit um 1900!
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Oh je! Unsere Einzigartigkeit ist in Gefahr! Und dann wird das Ganze anders als bei uns nicht als Errungenschaft dargestellt, sondern als Quell der Mühsal.
Aber Halt: Eben, es fehlt der Abfluss. Hier in Mahlsdorf fließt das Abwasser in einen Eimer, mit dem es hinausgetragen werden muss – puh!
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